Ich hab’ so lang nicht mehr getanzt

„Ich hab’ so lang nicht mehr getanzt,
so, als ob mich keiner sieht …“
– Florian Künstler

Manche Zeilen treffen nicht nur ins Ohr – sie berühren etwas, das längst vergessen schien.
Als ich dieses Lied am Wochenende das erste mal hörte, spürte ich sofort: Da spricht jemand etwas aus, das viele von uns kennen. Dieses Gefühl, sich selbst verloren zu haben. Nur noch zu funktionieren. Und dabei das Wesentliche aus den Augen zu verlieren: sich selbst. Die Freude. Die Lebendigkeit.

Wie oft hören wir die Musik, aber wagen den Tanz nicht? Nicht auf einer Bühne. Nicht für Applaus. Sondern im Leben.
Frei, wild, leise oder laut. Wie oft stehen wir am Rand unseres eigenen Daseins und warten auf den richtigen Moment, den besseren Tag, den sicheren Schritt?

Das Leben spielt uns Melodien vor – nicht immer ein Walzer. Nicht immer leichtfüßig. Manchmal ein Tango voller Spannung. Ein chaotischer Freestyle. Oder ein trauriger Blues. Manchmal stolpern wir durch ein Durcheinander aus Tönen und fragen uns, wo unser eigener Takt geblieben ist.
Doch egal, welchen Rhythmus es uns vorgibt – es liegt an uns, mitzutanzen. Mit all unserer Unsicherheit. Unserem Mut. Und unserem Herzen.

Ich glaube:
Wir müssen nicht perfekt tanzen. Wir müssen nur wieder beginnen.
Den ersten Schritt wagen. Uns selbst wieder spüren. Uns wieder im eigenen Takt wiegen.

Oft verlieren wir im Lärm des Alltags unsere eigene Melodie.
Wir tanzen im Takt der Erwartungen anderer, passen uns an, lassen uns führen – manchmal so lange, bis wir gar nicht mehr wissen, wo unsere eigenen Schritte hingehören.
Wir tanzen, was von uns verlangt wird. Funktionieren im Rhythmus, den das Außen uns vorgibt.
Und dabei wird es still in uns.

Still um die Musik, die einmal nur uns gehörte.
Still um das Lied, das in uns wohnt – einzigartig, wild, zärtlich oder trotzig.
Manche nennen es die innere Stimme, andere die Seele. Ich nenne es: die eigene Melodie.

Und ich glaube, sie verstummt nie.
Sie wird vielleicht leise. Verschüttet. Überlagert. Aber sie ist da. Wartet. Geduldig.
Bis wir innehalten. Lauschen. Und wieder den Mut finden, nach ihr zu tanzen.

Nicht perfekt. Nicht für andere.
Sondern so, wie es sich für uns richtig anfühlt.
Auch wenn es am Anfang unsicher ist – wie erste Schritte auf neuem Boden.
Doch je öfter wir ihr folgen, desto klarer wird sie. Und irgendwann tanzt unser Leben wieder in unserem eigenen Takt.

Vielleicht hast du das Tanzen verlernt.
Vielleicht hörst du deine eigene Melodie kaum noch.
Vielleicht bist du so lange in fremden Rhythmen mitgelaufen, dass du vergessen hast, wie sich dein eigener Klang anfühlt.

Aber dein Lied ist noch da.
Es lebt in deinem Lächeln.
In deinen Träumen.
In dem Moment, wenn du allein bist – und für einen Herzschlag lang spürst: Da ist noch mehr.

Du musst nicht warten, bis alles perfekt ist.
Du darfst jetzt beginnen.
Mit einem kleinen Schritt.
Einem Summen.
Einem Lächeln im Vorbeigehen.

Denn das Leben ist zu kurz, um es nicht zu tanzen.
Und du bist zu kostbar, um dich selbst zu übergehen.

Tanze wieder.
Auch wenn es ungelenk ist.
Auch wenn es wackelig ist.
Aber bitte:
Tanze.
So, als ob dich keiner sieht –
und als würdest du dich selbst endlich wieder spüren.

Was ist deine Melodie?
Nimm dir einen Moment.
Schließ die Augen.
Und frage dich:
Was bringt mein Inneres zum Tanzen – ganz unabhängig vom Außen?

Vielleicht ist es ein Lied. Eine Erinnerung. Ein Traum. Eine Farbe.

Heute, nur für dich: Hör ihr zu. Und geh deinen nächsten Schritt im Takt deines Herzens.

Ich sage DANKE für dieses wunderschöne Lied. Hier kannst du das Lied „Ich hab so lang nicht mehr getanzt“ von Florian Künstler anhören.

Alles Liebe

Sonja